fünf nach zwölf. kommt, besinnungszeit im dom. da strömen sie alle hinein, diese arschlöcher. während direkt daneben ein opfer des menschenhandels auf dem boden kniet und sich den arsch rausheult. mit zusammengefalteten zittrigen händen. meine fresse, mit aller macht der rhetorik. aufrichtig oder gespielt, das ist doch sowas von scheissegal. besinnungszeit, ihr wichser, macht doch die augen auf. und ich bin auch eines dieser arschlöcher, das sich in die uni beeilt und ich habe keinen zehner in der hand, der sein tagesminimum an verdienst decken kann, damit ihm später, wenn er abgeholt wird, nicht die seele aus dem leib geprügelt wird. weil ich ein schlechtes gewissen habe und es wahrscheinlich dabei bleibt. und das ist nur ein anflug von welt- und selbsthass. ja, drauf geschissen. scheiss auf diese kapitalistenarschlöcher, die hybridautos fahren und sich ihr gutes gewissen erkaufen können, weil sie dazu in der lage sind. scheiss auf diese öko-wichser, die in bioläden strömen und bio-paprika aus israel kaufen und bio-äpfel aus argentinien. scheiss auf diese aktivisten, die uns moral predigen und dann zum mcdonald's laufen und sich mit hamburger und cola vollstopfen. scheiss auf die gesichter, die nach diesem rumänen, der vor mir niederkniet und mich anbettelt, kommen, weil man in jedem seinen aufpasser sieht. scheiss auf diese medienarschlöcher, diese gutmenschen, die uns erzählen, was für ignorante fotzen wir sind, damit ihre quoten steigen. scheiss auf kant, weil wir ach so gut sein könnten und es nicht sind. scheiss auf uns, weil wir besinnung brauchen, weil wir von nichts wissen, solange wir nichts sehen. scheiss auf uns, weil wir darin gefangen sind und weil das eine akzeptable entschuldigung für alles ist. weil wir klein bleiben wollen, weil wir es lieben uns selbst zu bedauern und unsere kleine verschissene traumatisierte vergangenheit für alles verantwortlich zu machen. ja, scheiss auf alles.
