abschied

vor einem jahr sammelte ich noch deine scherben und heute trinkt jemand anders aus dem halbvollen glas. aber cornelius, alles beste für dich. meine rechte hand für dein glück. locken fesseln immer noch. innere schönheit blendet. dein blut ist magisch, nicht mehr chemisch. leb wohl, cornelius. ich werd' dich nie vergessen.

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rotten

wer das geschehene nicht vergisst ist verdammt die Vergangenheit zu wiederholen

allyklein - 11. Jun, 04:21

das geschehene vergessen, nur um die vergangenheit nicht zu wiederholen? das ist nicht menschlich. das funktioniert nicht in der realität. man sollte dinge ruhen lassen, sie als einen teil von sich selbst akzeptieren, aber vergessen? das haben sie nicht verdient. nicht alle dinge haben es verdient. und das bewusste vergessen, das liegt nicht in unseren genen.
Akemi - 11. Jun, 11:05

Vergeben ja, wenn es angebracht ist, aber vergessen. Nein. Wie kannst du aus Fehlern lernen, wie kannst du an Erfahrungen wachsen, wenn du alles verdängst und vergisst?

rotten

die Frage ist immer ob die Assoziation positiv oder negativ ist, weil zweiterer Fall dann urch erinnern nicht zu einem besseren Leben fuehrt. und das sit doch grundsaetzlich das Ziel.

Und an AKEMI:

Was ein Mensch erinnert hat nicht zwingend, manchmal nicht einmal annaehernd etwas mit dem zu tun was passiert ist. In so fern solte man mit Erfahrung vorsichtig sein.
P.S.: alter schuetzt vor torheit nicht!
allyklein - 11. Jun, 21:21

vergeben ist für mich persönlich gar kein thema. in dem falle geht es nicht einmal darum. lernt man aus fehlern, die auf gefühlen basieren? kann ich mir verbieten einen mann zu lieben, weil ich schon mal wegen der selben eigenschaften eines anderen auf die schnauze gefallen bin? ich glaube nicht daran. ich glaube nicht an das konstruktive lernen aus fehlern. zumindest nicht permanent und in folge. fehler werden ständig wiederholt. fehler aus instinkten. so bist du. du änderst dich nicht von einem tag auf den nächsten. du hörst nicht auf zu rauchen, weil es sein muss. du kannst nicht, weil du im grunde rauchen willst. du kannst nicht anders, weil du du bist.

gefühlsdialektik? ich weiss nicht. viel zu utopisch für mich. nicht anschaulich genug.
waschsalon - 11. Jun, 21:27

aus eigener, schmerzlicher erfahrung kann ich dir sagen: man kann beschließen oder sich verbieten, einen menschen weiter zu lieben. es tut weh, es dauert eine weile, aber es geht.

rotten

das alles macht Dich ja auch aus aber einer erinnerung nachhaengen verblendet die Realitaet.
allyklein - 11. Jun, 21:42

@waschsalon: ja, das glaube ich. habe ich in dem falle auch gehabt. nur es funktioniert glaube nicht, wenn ich einem ähnlichen charakter in anderer person begegne und aus meinen fehlern "lerne" und sage: "bist schon mal auf die schnauze damit gefallen, mach das nicht nochmal". das ist nicht real. man fällt ja doch drauf rein. sich jemanden verbieten funktioniert dagegen ganz gut (obwohl schmerzhaft), nur ein komisches gefühl, wenn man dieser person nach langer zeit begegnet. sehr komisches. und das macht den unterschied: hinwegkommen freiwillig oder gezwungen sein zu vergessen.

@emotion: finde ich auch, ja. weil nachhängen negativ besetzt ist. man muss erinnerungen von der gegenwart unterscheiden können. und das ist glaube ich nicht gerade schwer.

rotten

naja, also um ehrlich zu sein hab ich mich da schon manchmal getaeuscht und eben nicht mitgekriegt das dass in dem ich grad gelebt hab eigentlich schon Vergangenheit war.
Akemi - 11. Jun, 23:06

@Emotion Es führt sicher nich zu einem besseren Leben, wenn man sich an alten Erinnerungen, an dem Schmerz festhält, ohne mit ihm zu arbeiten. Ich glaube aber, daß man nicht vergessen muss um damit gut umzugehen, um das Leben positiv weiterzuleben. Ich denke es ist viel wichtiger alles anzunehmen, zu akzeptieren und richtig zu verarbeiten. Natürlich meine ich hierbei wichtige Ereignisse des eigenen Lebens. Man vergißt so vieles im leben und dass ist sicher ganz normal, aber für mich ging es hier jetzt eher um bewusstes vergessen. Und es ist sicher richtig, daß man vieles subjektiv betrachtet, aber wenn man sich näher mit dem ganzen beschäftigt, kann einem auch das klarwerden, was wieder der Verarbeitung hilft.

@AllyKlein Vergeben habe ich vor allem angebracht, weil es auch eine Form von loslassen ist. Wie das Vergessen. Und ich denke schon dass man aus Fehlern lernen kann, auch aus welchen die auf Gefühlen basieren. Bsp.: Du verliebst dich in eine bestimmte Sorte Mann, die dir nicht gut tut. Danach verliebst du dich vielleicht wieder in die selbe Sorte, aber wenn du dich mit dem ganzen beschäftigst und auch mit dir, wird dir vielleicht bewusst werden, wonach du da eigentlich suchst. Bzw. habe ich festgestellt, dass es oft keine direkte Art von lernen ist, sondern man sich einfach weiterentwickelt, indem man die ganzen "Fehler" macht und so auch irgendwann soweit ist, dass man sich in den "richtigen" verliebt.
allyklein - 12. Jun, 00:02

...wobei "der richtige" immer situationsabhängig ist. heute ist das richtig, morgen etwas anderes. das ist so schwierig, es pauschal zu beurteilen, weisst du, was ich meine? aber im großen und ganzen verstehe ich, was du schreibst. den spieß umdrehen und sich damit beschäftigen, was man misst. das ist gar nicht mal so schlecht. ja. das erfordert halt schweineviel selbstdisziplin. aber ich bin so schopenhauer-versessen, dass ich einfach nicht daran glaube, dass der mensch sich in der hinsicht ändern kann, weil er ist einfach wie er ist. nur wenn er diesen "gen" zur umkehr der eigenen bedürfnisse von grund aus hat. aber ändert er sich dann wirklich? kann er gegen seine eigene natur rebellieren? nenne es pessimismus, aber hier ist schopenhauer-hype angesagt /,-)
Akemi - 12. Jun, 12:54

Hmm, ich glaube ich habe da einen anderen Ansatz. Man verändert sich indem man mehr und mehr wird wie man wirklich ist. Ich denke, dass man schon als Baby Veränderungen erfährt. man passt sich an, wird zu etwas, das von anderen geliebt wird. (das ist nicht immer, aber sicher sehr oft der Fall). Dann werden wir älter, setzen uns vielleicht damit auseinander und werden mehr und mehr zu uns selbst. Ich sehe das ganze wie eine Art Lebensweg der uns mehr und mehr zu uns selber führt. Oder zu unserem höheren Ich, wie man das halt formulieren möchte. Naja und in dem Sinne denke ich schon dass wir uns verändern, dass wir alte Gewohnheiten, alte Süchte etc. ablegen. Und genau da passt es für mcih auch hinein, dass eben wirklich zu jeder Zeit ein anderer Typ der "Richtige"ist. Es wird immer der sein, von dem wir gerade etwas lernen können, "müssen" und der uns weiterbringt. Wo das ganze aber dann endet?
allyklein - 13. Jun, 16:16

...und durch unsere handlungen erleben wir uns selbst. so lernen wir uns kennen, denn in ihnen spiegelt sich unsere natur wider. etwas, was in uns seit der geburt vorhanden ist, nichts neues. keine entwicklung, sondern wir erleben eine neue seite von uns. diese war aber schon immer in uns, nun kehrt sie an die oberfläche. weil ein motiv, das zuvor noch nie da war, sie da raus geholt hat. sie zum ersten mal herausgefordert hat. das ist aber keine änderung. das liegt aber nur am neuen motiv. änderungen ergeben viel zu viel freiheit des eigenen ichs. und die haben wir einfach nicht. du hast gene, die dir gegeben sind. es gibt (leider) mutationen, aber charakter (wille) ist so unantastbar, so absolut (wie platon's idee), dass er sich nicht ändern kann. er ist fest, angeboren und immer konstant. du lernst bloß neue seite kennen, weil neue motive hinzukommen, aber er selbst bleibt.
AndTheCircusLeavesTown - 11. Jun, 05:18

vergesse niemals deine vergangenheit, halte aber auch nicht an ihr fest.
das empfinde ich als das beste, was man machen kann. denn erinnerungen sind mit das schönste auf dieser welt und zeigen einem erst, dass man wirklich gelebt hat!
ich geh nun ins bett.... gut nacht!

allyklein - 11. Jun, 21:25

ob schön oder hässlich. in jeder hässlichkeit ruht die schönheit. weil schönheit etwas absolutes ist. hässlichkeit dagegen ist bloß die erfindung des moments. im strom des vergangenem kehren wir immer zum absoluten zurück.
fee (anonymous) - 11. Jun, 19:13

so eine beziehung hatte ich auch mal ... und in erinnerung bleiben seltsamerweise hauptsächlich die schönen gemeinsamen momente, auch wenn das ende der einzige horror war …

allyklein - 11. Jun, 21:28

du hast recht. aber man erinnert sich ja doch an beides. nur man akzeptiert beide seiten, weil sie beide zu dieser einen person gehören. ohne sie wäre dieser mensch nicht er. man liebt jemanden nicht nur wegen seinen guten seiten.

so. und jetzt genug plakatives zeug für heute /,-)
derphilosoph - 13. Jun, 18:23

Es war was es war.
Es ging nicht, weil es nicht ging.
Es bleibt als Erinnerung was bleiben MUSS.

allyklein - 13. Jun, 18:41

recht haste, mein lieber!
J. (anonymous) - 3. Oct, 20:35

Ich habe mich zu sehr an den Schmerz gewöhnt - ich kann nicht leben ohne ihn.
Manchmal würde ich gerne so frei sein alles zu vergessen, was war.
Neutralisiert beginnen.
Aber ich hasse es noch mehr meine Erinnerung und Vergangenheit aufzugeben.
Sie machen mich aus- machen mich zu dem neurotisch, durchgeknallten Menschen der ich im Endeffekt ganz gerne bin.
Oft alleine aber immer in der eigenen Festung.

( sorry, wenn ich etwas vom Grundthema abgewichen bin - kam mir nur gerade so )

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06.05: karo / spaceman spiff (wü)

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15.06: audrey

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24.06: lost name /styckwaerk / gaslight anthem (wü)

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19.07: lost name (wasserburg)

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17.09: deputy pimps / styckwaerk (wü)

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27.11: finn. (wü)

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Ole (anonymous) - 12. Oct, 03:45
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yeah, so cause we just discovered rhythm and poetry for our little ripped heart we're saying: this is a private blog without any sick intentions of commercial hustling, right? and if i impinge upon someone's rights please email me, i am actually able to conter. if you feel hurt or dissed by all the nice people i'm linking to, yeah, just go to your mum and don't click those links anymore. however, i don't take responsibility for anything. i'm a stubborn motherfucker, true? all the flicks are my shit, private utilisation (whatever) is always welcome. if you're keen on drinking beer/hefeweizen with me sometime (or: listening to some neat tunes, shaking your ass, eloping, eating noodles with soy sauce, chilling, counting the stars, attending a few pretty concerts, screaming some brecht into the rape fields, thrashing) or whatever, please send a message! otherwise we all wish you a happy day, stay safe man, peace out.

p.s. take a look at those great tunes, ppl.

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