bukowski
da ich gerade nahezu bukowski-siert bin, kann es sein, dass es einen zweiten teil mit auszügen aus dem buch geben wird. apropos, jetzt weiss ich auch, wer palahniuk's großer lehrer ist.
#1 henry chinaski bei der vertretung der bundesregierung.
ich wartete und wartete und wartete. ich wartete eine stunde und dreißig minuten, bevor ich zu einem kleinen grauhaarigen mann mit augen wie zigarettenasche geführt wurde. er forderte mich nicht mal auf, platz zu nehmen. er fing an mich anzuschreien, sobald ich den raum betrat:
"sie sind ein verdammter klugscheißer, nicht wahr?"
"es wäre mir lieber, sie würden mich nicht beschimpfen, sir."
"verdammter klugscheißer, sie sind einer dieser klugscheißer, die so vornehm tun und mit großen worten um sich werfen!"
er fuchtelte mit meinen papieren in der luft herum. und schrie: "mr. johnstone ist ein feiner mann!"
"seien sie nicht blöd. er ist offensichtlich ein sadist", sagte ich.
"wie lange sind sie schon bei der post?"
"drei wochen."
"mr. jonstone ist seit dreißig jahren bei der post!"
"was hat denn das damit zu tun?"
"ich sagte bereits, mr. jonstone ist ein feiner mann!"
ich glaube, der arme kerl wollte mich tatsächlich umbringen. er hat bestimmt mit jonstone geschlafen.
"na schön", sagte ich, "jonstone ist ein feiner mann. vergessen wir die ganze verfickte sache." dann ging ich und nahm den nächsten tag frei. ohne bezahlung, versteht sich.
#2 henry chinaski betritt mit seiner post eine kirche, an die einige der briefe adressiert sind. er sieht vor sich einen tisch, auf dem eine flasche wein und verschiedene priestergewänder liegen.
himmel arsch, dachte ich, warum muss immer ausgerechnet ich in eine solche beschissene lage geraten?
ich griff nach der weinflasche, nahm einen kräftigen schluck, ließ die briefe bei den priestergewändern und ging zurück zu den duschen und toiletten. ich machte die lichter aus und ließ mich in der dunkelheit zum scheißen nieder und rauchte eine zigarette. ich dachte auch ans duschen, aber ich sah bereits die schlagzeilen vor mir: briefträger vergriff sich am blut gottes und duschte nackt in römisch-katholischer kirche.
ich werde mir weiterhin sehr viel mühe geben, menschen, die bukowski nicht kennen, zu überzeugen, ihn zu lesen.




















oh yessss!